Nasenspray Sucht

Von Nasenspray kann man abhngig werden!

Nasenspray süchtig

Nasenspray süchtig

© Ursula Deja - Fotolia.com

Manche Menschen werden abhängig von Nasenspray oder Nasentropfen. Sie können ohne Nasentropfen nicht frei durch die Nase atmen und wenden sie daher sehr häufig an. Verantwortlich dafür sind gefäßverengende Wirkstoffe wie Xylometazolin, Oxymetazolin oder Tramazolin, die in nahezu allen bekannten abschwellenden Nasensprays vorhanden sind. akuten Beschwerden (Schnupfen, Nebenhöhlenentzündung) helfen Nasentropfen hervorragend und sollten auch dringend angewendet werden. Sie sollten aber ohne Rücksprache nicht länger als maximal 10 Tagen angewendet werden!

Danach kann es zu dem gefürchteten Rebound - Phänomen kommen. Die Verstopfung der Nase nimmt zu, sobald die Wirkung des Arzneimittels nachlässt: dann wird die Nasenschleimhaut plötzlich extrem durchblutet und schwillt an, was zum erneuten Eintropfen verleitet. Außerdem kann es zu einer erheblichen Austrocknung der Nasenschleimhäute kommen. Teilweise wird die Schleimhaut auch irreversibel geschädigt.

Man kann sogar von einer Sucht sprechen, denn ohne den geliebten Sprühstoß aus der Flasche können diese bedauernswerten Mitbürger nicht einschlafen, da ihre Nase komplett zu ist. Die Sucht treibt sie immer wieder zum Nasenspray, damit die Nase nicht verstopft ist. In Extremfällen reicht ein Nasenspray für gerade mal ein bis zwei Tage, bevor ein neues besorgt werden muss. Die Mediziner haben dafür zwei Fachausdrücke: Privinismus (ein früher erhältliches Nasenspray hieß Privin) oder Rhinitis medicamentosa.

Der einzige Weg aus diesem Kreislauf herauszukommen, ist das sofortige Absetzen des Nasensprays. Die Entwöhnungsphase ist von den betroffenen mehr als gefürchtet. Sie dauert jedoch nur 3 Wochen an. In dieser Zeit helfen Nasenspülungen und Nasensprays auf Öl oder Meersalzbasis. Einige Autoren empfehlen auch zuerst ein Nasenloch zu "entwöhnen" und danach erst das zweite. Hilft diese Entwöhnung nicht, sollte man eine Kur mit einem kortisonhaltigen Nasenspray durchführen, bzw. einer Nasenemulsion.

Sollten alle konservativen Maßnahmen nicht reichen, dann verfügt die Hals- Nasen- Ohrenheilkunde über sehr moderne operative Verfahren. Gerade diese Patienten sind dankbar, wenn die Nase nach der Operation nicht mehr austamponiert werden muss (z.B. Radiofrequenz Muschelreduktion). Hierbei werden die Nasenmuscheln mit einem schonenden Verfahren verkleinert.

Wenden Sie sich an Ihren HNO Arzt, er wird Ihnen gerne durch diese Zeit helfen, damit Sie endlich wieder frei durchatmen können.

Dr. med. Holger Dewes
Hals- Nasen- Ohrenarzt
Neurootologie - Audiologie

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